„Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich keine Kinder bekommen“

“Ich habe vier Kinder. Im Alter von 5- Anfang 20. Mein Mann verließ uns, als ich mit dem Jüngsten schwanger war. Seit dem haben wir keinen Kontakt mehr zu ihm, der Kleinste kennt ihn also nicht.  

Ich wusste sehr früh im Leben, dass ich Mutter sein wollte und bekam mein erstes Kind mit Anfang 20. Wir freuten uns bei den ersten drei Schwangerschaften auf jedes Kind. Alles lief komplikationsfrei ab. Doch mittlerweile ist es anders. Vor allem, wenn ich die 3 Grossen ansehe fühle ich keine Wärme. Wenn sie mich umarmen, bleibt mein Herz kalt. Das war früher anders, als sie noch kleiner waren.  

Ich traue mich das Thema nicht bei Freunden oder Bekannten anzusprechen, habe also keine Vergleichsmöglichkeit und weiß nicht, was andere Frauen empfinden, wenn sie ihre (älteren) Kinder sehen.

Beim jüngsten Kind ist es (noch) anders: ich umarme es freiwillig und es fühlt sich gut an. Wenn ich die älteren Drei ansehe, denke ich nur daran, dass ich kein Leben habe.
Meine Familie hat sich aufgrund der Herkunft meines Ex-Mannes damals von uns abgewandt. Ich habe keinerlei familiäre Unterstützung. Nicht mal eine Woche habe ich für mich. Es engt mich ein. 

Ich habe lange in der Pflege gearbeitet und wenn es dort Konflikte gab, habe ich mir immer gesagt: „Es ist nur Arbeit.“  Ich konnte nach Hause gehen und alles hinter mir lassen. Bei den Kindern ist es schwierig, da ich kein eigenes Zimmer habe um mich zurückziehen.
Ich ertappe mich seit langem immer öfter wie ich mir wünsche ich könnte allein wohnen.

Ich hasse das Leben, das ich mit den 3 großen Kindern führe. Als sie noch klein waren, war es anders. Sie waren zwar auch manchmal frech, aber mehr aus Unwissenheit. Seit dem sie in der Pupertät sind, ist es schlimm. Alle 3 haben mich schon mit Kraftausdrücken und Beleidigungen betitelt – da fällt mir nichts mehr ein. Ich hätte mich nie getraut so mit meiner Mutter zu reden.

Sie lassen sich von mir nichts sagen, und ich mache alles für sie: schmeiße den Haushalt allein, habe von Voll-, auf Teilzeit reduziert wegen des Jüngsten. Ich bin verzweifelt wenn ich daran denke wie viele Jahre ich das noch ertragen muss… ich glaube, ich find an so zu fühlen, als mein 16-Jähriger in die Pubertät kam.

Ich glaube die Gesellschaft hat ein falsches Bild vom Muttersein.

Marina, 4-fach Mutter

Ich glaube, die Gesellschaft hat ein falsches Bild vom Muttersein. Es ist für mich der am wenigsten anerkannte “Beruf” der Welt. Ich bin Ärztin, Krankenschwester, Psychologin, Köchin, Putzfrau und noch vieles mehr und das ohne Urlaub, freies Wochenende oder einen Feiertag.

Einer kinderlosen Frau würde ich Muttersein so erklären: Du gibst Dein Leben auf. Je mehr Kinder Frau hat desto weniger eigenes Leben! So ist es bei mir zumindest. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich keine Kinder bekommen. Ich würde mein Leben leben und wäre nur für mich verantwortlich.

Die Kinder spüren bestimmt, dass ich solche Gedanken habe-Besonders das kleinste. Ich habe mich schon daran gewöhnt.

Ich bereue es wirklich Mutter geworden zu sein. 

Ich denke oft wie schön es wäre nur mit dem  Kleinsten zu leben. Gleichzeitig weiß ich nicht wie es mit ihm wird wenn er heranwächst. Der Älteste wird bald ausziehen, aber selbst wenn alle drei Großen irgendwann nicht mehr hier leben, kommen meine Nerven nicht wieder in Ordnung.

Ich habe nicht mal mehr die Kraft zum weinen, früher hab ich viel geweint. Ich wünschte ich könnte die Zeit zurückdrehen, dann wäre ich kinderlos geblieben. Bitte verurteilt mich nicht für meine Gedanken, ich schäme mich so.”

Elisabeth koblitz, eltern sein, moderner Journalismus, Motherhood, regretting motherhood

Kommentare (22)

  • Hallo Mama von vier,

    vielleicht wäre es gut, wenn Sie sich professionelle Hilfe suchen. Ich kann nachvollziehen, wenn Sie sich erschöpft fühlen. Ihre Kinder tragen durch ihr Verhalten anscheind dazu bei. 3 Kinder in der Pubertät sollten eher Hilfe als Belastung mit einem Kitakind sein. Wenn das nicht so ist, dann kann es helfen, von außen einen Blick darauf werfen zu lassen und dann gemeinsam daran zu arbeiten. Beziehungen (auch zu den Kindern) sind Arbeit.

    Ich wünsche Ihnen, dass sie aus diesem Zustand bald herausfinden.

  • Ich denke jede Mutter kennt diese Gefühle, es läuft nicht immer gut….. Aber wir leben in Deutschland, da bekommt man eine Kur vom Arzt verschrieben. Und eins muss man lernen, Freiräume sind auch für Mütter. Man kann sich Hilfe ins Haus holen und sollte Hilfe auch beanspruchen.

    • Liebe Marina, ich bin alleinerziehend mit 3 Kindern und doch nicht so alleine wie Du das beschreibst. Da ich Familie und Freunde habe, die mich unterstützen und trotzdem kann ich dies komplett nachvollziehen. Man funktioniert jahrelang einfach nur und verliert die Verbindung zu seinen Gefühlen/Emotionen. Es ist alles einfach nur noch anstrengend. Es gibt Tage, da möchte ich mich einfach nur hinlegen u liegen bleiben, da die Kraft nicht mehr da ist. Aber ich habe mir das nie erlaubt, da keiner kommt u übernimmt, weitermacht.
      Du musst Dir Hilfe/Unterstützung holen, um wieder eine Verbindung zu Dir selber zu bekommen, dann schaffst Du mit Sicherheit auch wieder eine positive emotionale Verbindung zu Deinen Kindern zu bekommen.
      Sei milde zu Dir selber und allem voran schäme Dich nicht, Du leistest einen Hammerjob, der noch dazu nicht anerkannt, sondern wie selbstverständlich vorausgesetzt wird in dieser Welt.

      Alles Liebe u viele, viel Kraft!

  • Oh Marina, ich möchte dir einfach nur eine herzliche Umarmung und ganz viel Liebe schicken! Was du leistest ist der Wahnsinn und dann noch zusätzlich mit diesen Emotionen umzugehen ist eine Mammutaufgabe.
    Ich habe 2 Kinder und mir immer welche gewünscht, bin seit dem 2. Aber auch so oft erschöpft und mir fehlt das Alleinsein.
    Ich wünsche dir, dass du noch einen Weg findest um die Mutterschaft wieder zu genießen (Babysitter, Kinder bei Freunden lassen, Therapie (?) )
    Alles Liebe!
    Lu

    • Ich kann Sie da sehr nachvollziehen. Und ich hab nur ein Kind, die noch klein ist und eigentlich das zauberhaftes und freundlichste Wesen überhaupt. Und dennoch ist mir vor kurzem klar geworden, die Entscheidung Mutter zu werden war die falsche. Ich fand die Schwangerschaft schon teilweise blöd, das erste Jahr Elternzeit habe ich ständig geweint weil ich so unglücklich war. Und heute vermisse ich meinen Job, meine Freiheiten, ich fühle Mich eingesperrt und möchte weg und die Kleine am. Liebsten bei ihrem Vater lassen. Die Gesellschaft erwartet, dass man als Mutter sich jeden Tag an den Kindern erfreut, das man sich aufopferungsvoll kümmert usw und das vermittelt uns das Gefühl, das wir solche Gedanken eigentlich nicht haben dürfen. Das ist einfach Quatsch. Suchen Sie sich Hilfe und Unterstützung!

      • Hallo Mary,

        Danke für Ihre Worte Sie haben mir aus der Seele gesprochen.Ich habe mich nur hier getraut dieses Thema anzusprechen.Ich würde mich so gern mit jemandem unterhalten der gleich empfindet wie ich,ich glaube wenn ich mich an eine Beratungsstelle wende werde ich nur zum Schein ernstgenommen.Es ist wie Sie sagten,die Leute da erwarten dass man sich tagtäglich über seine Kinder zu freuen hat Frau hat sie schliesslich auf die Welt gebracht.Ich denke nicht dass sie das wirklich nachvollziehen können,das ist zu grotesk.
        Ich weiss noch nicht wie und wo ich Hilfe suchen werde,aber so kann das nicht weitergehen,ich habe nur 1 Leben.

        Marina

        • Liebe Marina, die Familienhilfe kann dir auch weiterhelfen und konkret mit dir daran arbeiten, das Leben für euch 5 zu verbessern. Du kannst sie dir über das Jugendamt vermitteln lassen. Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

  • Hallo Marina,
    Wenn ich bei dir wäre würde ich dich fragen ob ich dich mal ganz feste in den Arm nehmen darf. Du bist so am Ende deiner Kräfte, wie es nur eine alleinerziehende Mama(Papa) ohne jegliche Unterstützung sein kann. Ich kenne die Gefühle die du hast, die Machtlosigkeit die du empfindest die Situation nicht ändern zu können, keinen Freiraum zu haben und doch so allein zu sein. Aber es kann sich ändern! Vielleicht brauchst du dabei nur etwas Unterstützung? Wenn es dir besser geht und du dich selbst wieder spüren und wahrnehmen kannst, wirst du auch anderes wieder empfinden. Ich bin überzeugt, dass du ein ganz besonderer und wertvoller Mensch bist und eine richtig starke Mama! Sonst wärst du nie an dem Punkt an dem du dich aktuell befindest. Jetzt musst du dich um dich kümmern, weil du wichtig bist! Fühl dich ganz fest gedrückt!!!! Liebe Grüße Katha

  • Liebe Marina,
    das klingt für mich nicht danach, dass du ein schlechter Mensch bist, sondern dass du Hilfe brauchst. Ist doch ganz klar, das es nicht geht vier Kinder völlig alleine ohne familiäre Unterstützung groß zu ziehen. Gerade bei den Großen sind ja Verhaltensweisen sicherlich so eingefahren, dass Unterstützung für dich dich entlasten kann.
    Ich bin keine Psychologin, aber für mich hört es sich so an, als wenn die Abneigung gegen die Großen einfach die dauerhafte Erschöpfung ist. Vielleicht auch eine Depression.
    Du musst das nicht alleine durchstehen. Hole dir Hilfe, bspw. bei einer Therapeutin, beim Jugendamt/Familienhelferin, Nummer gegen Kummer, Selbsthilfegruppen/Vereinen, etc.
    Ich wünsche dir, dass du die passende Hilfe für dich findest und wieder Zuversicht bekommst. ☺️

  • Vielen lieben Dank für diese ehrlichen Worte.
    Ich glaube einem großen Teil geht es zumindest manchmal genauso.
    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass der Job als Mutter 0 Anerkennung hat… allerdings habe ich auch gelernt, dass man manchmal eben so Gefühle hat, die du beschreibst. Ich habe mir Hilfe gesucht und habe immer noch regelmäßig Gespräche mit einer Beratungsstelle.
    Dafür muss man sich nicht schämen.
    Würden wir Mamas alle ein wenig netter miteinander umgehen wäre m. E. manches einfacher und auch die Welt ein wenig netter und mit weniger Schuldgefühlen.
    Wir Mamas machen, egal ob arbeitend, nicht arbeiten, groß, klein, dick, dünn what ever, einen tollen Job und nicht immer läuft alles nach Plan. Vorallem wer legt denn überhaupt diese Pläne fest ?
    Manchmal ist man so ausgebrannt und jeder geht anders damit um. Es ist nicht leicht ohne Hilfe/ Pause / Schlaf und mit der Ungewissheit für seine Gefühle verurteilt zu werden.

    Danke Elisabeth für diese Plattform und an Marina … ich wünsche dir einen wunderschönen Tag mit viel Sonne im Herzen

  • Hallo liebe Marina,
    Vvielen Dank, dass du deine Gedanken teilst, das ist sehr mutig Im ersten Moment dachte ich, wie verrückt ist diese Frau, aber du bist weit entfernt davon, du setzt dich sehr, sehr tapfer mit deinen Gedanken auseinander, mit denen du ganz alleine bist, das tut dir unglaublich weh, du verurteilst dich und machst dich schlecht. Im Moment kannst du anscheinend nicht anders, als so zu denken, denn könntest du es, hättest du sicherlich schönere und freundlicher Gedanken … die Kinder, die Situation und deine Gefühle scheinen dir vollkommen über den Kopf zu wachsen, hast du schon einmal überlegt, dir professionelle Unterstützung zu holen? Deine Gedanken zeigen, wie verzweifelt du bist, zeumigen aber auch, dass du dich so gar nicht fühlen möchtest, du dich mit deinen Gedanken gar nicht wohl fühlst und du dir für dich und deine Kinder etwas anderes wünscht, der Gedanke ” hätte ich nie Kinder bekommen” zeigt, dass du dich sehr für deine Kinder verantwortlich fühlst, weil du merkst, es sollte anders laufen, macht es aber gerade leider nicht, verurteile dich nicht, fühle dich nicht schlecht, mit deinen offenen Worten suchst du doch schon nach möglichen Lösungen und erhofft dir Unterstützung. Ich hoffe, ich bin dir nicht zu nahe getreten. Ich wünsche dir und deiner Familie alles erdenklich Liebe
    P.S. Gedanken sind nicht immer real, wir sollten nicht immer glauben, was wir denken…
    VGAnke

  • Es gibt bestimmt einige, die dazu sagen würden: Warum hast du überhaupt Kinder bekommen.

    Ich weine, weil ich so nicht fühle (mein Sohn ist 6); weil ich Angst habe auch mal so zu empfinden, kann es mir partout nicht vorstellen….versuche dich aber zu verstehen.

    Denn du bist alleine gelassen worden.

    Du hast vier Kids aus Liebe bekommen und fällst jetzt in ein Loch, weil du keine Luft zum Atmen hast, weil du keine Sekunde für dich hast und weil du keine Frau mehr bist, sondern nur noch Mutter.

    Die Kraftausdrücke deiner Großen kommen bestimmt, weil du ihnen unbewusst vermittelst, dass sie Schuld sind an deinem Nicht-eigenen Leben; Nicht-Frau-sein; … du funktionierst nur noch und hast dich selbst verloren.

    Du hast bestimmt keine Zeit für Therapie, aber die solltest du dir nehmen, bevor du ausreißt; durchdrehst oder gar abhaust.

    Für mich als Laie klingt es nach Depressionen oder Burnout. Das ist ein Hilfeschrei deiner Seele und du solltest einmal auf dich hören. Dir zuliebe und deiner Kinder. Lass sie nicht an der Trennung Schuld haben und an deinem Zustand. Du hast auch keine Schuld.

    Aber lass es nicht zu, dass auch ihr entzweit. Alleine ohne Kinder aber als Mutter für immer wirst du nicht glücklich. Den anderen Zustand wird es nicht geben. Sie werden immer deine Kinder sein und du immer ihre Mutter.

    Jetzt kümmere dich um Hilfe. Um Gespräche und Therapie. Der Zustand ist für keinen lebenswert.

    Ich wünsche dir nur das Beste und dass du zu dir findest und die Liebe zu Ihnen wieder findest.
    Wenn sie dich noch verlieren, sind sie auch verloren. Und einsam und alleine.

    • Hallo zusammen,
      Ich möchte mich von ganzem Herzen hier bei Euch bedanken.
      Mit soviel Liebe und Unterstützung habe ich nicht gerechnet ich bin überwältigt
      Ihr seid eine ganz tolle Community und auch wenn es schwer war und ich lange mit mir gehadert habe bin ich froh,mir dass von der Seele geschrieben zu haben.Ich weiss noch nicht in welcher Form aber ich werde mir Hilfe holen.Und an Elisabeth:Danke dass Du mir eine Stimme gegeben hast,das hat noch nie jemand für mich gemacht
      In Liebe

      Marina

      • Liebe Marina,
        zunächst einmal Hut ab, vor dem was du täglich leistest!!! Du bist eine Löwenmama!
        Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass man vor lauter Alltag und “Funktionieren müssen” die Verbindung zu seinem Herz und seinen Gefühlen verliert. Ich versuche mir das gerade Schritt für Schritt wieder zu holen. Selbstfürsorge ist dabei so wichtig! Ich habe Meditation für mich entdeckt. Da kann ich dir Laura Malina Seiler empfehlen. Sie hat u.a. einen tollen Podcast.
        Und für den Umgang mit deinen Kindern kann ich dir Kathy Weber mit der gewaltfreien Kommunikation empfehlen. Sie hat einen Podcast und auf Instagram auf ihrem Kanal postet sie regelmäßig viele wertvolle Impulse.
        Vielleicht ist da was dabei was dich wieder mit dir und auch mit deinen Kindern in Verbindung bringt! Hinter jedem Gefühl steckt ein Bedürfnis!

        Alles Gute für dich! Viel Erfolg und Kraft!

  • Ich bin sicher, dass es eine immense Überwindung war, diesen Text zu schreiben. Und dass deine letzten Jahre sicher Spuren hinterlassen haben – und sehr viele Kräfte geraubt haben. Aber du hast dein Leben in deinem Kopf schon aufgegeben, das ist Schade. Weil auch wenn du die Zeit nicht zurückdrehen kannst, gibt es immer einen Weg sein Leben zu ändern. Für mich wäre der erste Weg professionelle Hilfe, bei der Du Dich öffnen kannst und dann auf die Suche nach der Ursache gehen kannst. Es gibt immer viele Ausreden, wieso man es nicht schafft oder warum einen etwas davon abhält, aber für ein wertiges Leben sollte man seine Prioritäten richtig setzen. Viel Erfolg & Kraft dabei!

  • Liebe Marina,

    Ich kann dir gar nicht sagen, wie unendlich es mir leid tut, dass du damit alleine bist. Ich glaube nicht, dass du deine Kinder nicht liebst. Das war ja früher auch nicht so. Aber da du verlassen wurdest und auch deine Familie dich im Stich gelassen hat, ist es für dich sehr schwer. Du brauchst unbedingt Hilfe. Ich kenne mich damit nicht aus, aber vielleicht gibt’s auch bei dir in der Nähe eine Erziehungsberatungsstelle. Oder du rufst hier mal an:
    Elterntelefon der “Nummer gegen Kummer”: 0800 /1110550
    Telefonseelsorge: 0800 / 1110111 oder 0800 / 1110222
    Du hast meine Hochachtung dafür, dass du alleine 4 Kinder erziehst, den Haushalt machst und arbeiten gehst. Du brauchst aber unbedingt Zeit für dich. Und die großen Kinder können auch Dinge selbst erledigen. Ich wünsche dir, dass du wieder glücklich wirst.

    Liebe Grüße

  • Liebe Marina, ich danke dir für deine Ehrlichkeit. Ich habe größten Respekt davor, was (vor allem alleinerziehende) Mütter leisten (müssen), aber noch mehr, dass du so ein Tabuthema ansprichst in einer teilweise oberflächlichen, hart verurteilenden Welt! Mir tut’s leid, dass du so unglücklich bist, aber auch deine Kinder tun mir leid, denn sie können nichts für die Umstände! Ich wünsche euch von Herzen viel Kraft und eine Veränderung, in der alle ein halbwegs liebevolles Miteinander haben! Alles Liebe für euch!!

  • Liebe Marina,

    Ich sehe das genauso wie Linda – ich glaube auch nicht, dass du deine Kinder nicht liebst, sondern dass du so am Limit bist, dass es eine Art Schutzfunktion deiner Seele ist, so zu empfinden.
    Ich kann dir auch nur raten, die Unterstützung zu suchen. Ich bin Psychiaterin und würde dir raten, dich zB an ambulante Psychotherapeuten zu wenden. (Krankenkassen haben aktuelle Listen) scheller geht es meist über die Institusambulanzen der Psychiatrischen Kliniken in deiner Nähe. Es ist keine Schande dorthin zu gehen, dort bekommst du umfassende Unterstützung zB auch hinsichtlich der Beantragung von zB Familienhilfe.
    Eine gute Adresse ist auch pro familia.
    Ich wünsch dir Mut und Kraft, dir Hilfe zu suchen!

  • Liebe Marina!

    Ich finde, dass du eine ganz starke und mutige Frau bist, weil du hier einfach schreibst, was du fühlst.

    Ich würde dich jetzt einfach nur gerne in den Arm nehmen, denn ich glaube, dass du gerade ganz viel Liebe und vorallem Unterstützung brauchst.

    Du kannst das nicht alles alleine schaffen.

    Du brauchst Hilfe. Zeit für dich und deine Bedürfnisse. Und du wirst sehen, wenn du wieder in der Mitte bist, kommt die Liebe wieder ganz von selbst.

    Ich würde mir an deiner Stelle Hilfe bei einem Familientherapeuten suchen. Ich war auch schon bei einem und habe mich danach total leicht und frei gefühlt.

    Ich habe auch 3 Kinder und manchmal möchte ich auch gerne einfach nur weglaufen. Das ist normal.

    Sei nicht zu streng zu dir.

    Schau auf dich!!!

    Du hast es verdient!!!

    Alles Liebe,
    Eva

    PS. Ich finde es so toll, dass jedes Kommentar hier voll Liebe und Unterstützung ist. So stell ich mir einen Community vor ❤️

  • Danke für deine Ehrlichkeit!
    Ich habe erst einen kleinen Sohn, kann deine Gefühle aber jetzt schon nachvollziehen. Ich bin ein Mensch, der viel Zeit für sich selbst braucht und wenn ich sie nicht bekomme, werde ich so schnell zornig, ungeduldig, reizbar. Wegen alles und jedem. Dann hasse ich mich selbst dafür.
    Was mir hilft ist umstrukturieren, Termine canceln, mit Frauen in ähnlichen Situationen reden, das Kind zu den Großeltern geben. Also Zeit für mich schaffen.
    Ich wünsche dir sehr, dass du aus dieser Abwärtsspirale heraus findest und vielleicht wieder Kontakt zu deiner Familie aufnehmen oder Hilfe von Nachbarn, Freunden oder auch Fremden annehmen kannst. Es braucht ein Dorf, um ein Kind groß zu ziehen. Aber nicht nur für das Kind. Auch für die Eltern. Ich ziehe meinen Hut vor allen Alleinerziehenden! Das ist so eine Mammutaufgabe.
    In der Pupertät bin ich auch oft mit meiner Mutter aneinander geraten. Das tut mir heute unendlich Leid. Aber ich habe oft erlebt, dass sich schwierige Verhältnisse aufgelöst haben, als die Kinder ausgezogen sind.
    Bitte fühl dich ganz doll gedrückt und schäme dich nicht! Du hast mit diesem Interview bereits den ersten Schritt in die richtige Richtung getan.
    Alles Liebe für dich!

  • Ich versteh Dich. Aber du schreibst es das Mutterbild der Gesellschaft ist es. Und da fängt es an. Zum einen warum müssen wir Frauen Kinder bekommen, nur weil es eben so ist, wir den Körper dazu haben, weil es schon immer so war….. Vor gut 6 Jahren als ich bei einem alten Arzt und Homöopath durch und durch war wegen div. Krankheiten und auch wegen der Kinder, da ging er sehr tief in mein ich rein, fragte er mich – wer hat ihnen gesagt, dass sie Kinder bekommen sollen…. Genau das ist es. Es sind oft auch die Erwartungshaltung der anderen und das was wir eigentlich wollen unterdrückt.
    Wäre es bei mir oder bei dir anders wenn alles wie im Bilderbuch laufen würde – du mit Mann, gutem Auskommen oder bei mir gesunde Kinder ohne große gesundheitliche und sonstigen Problemen etwas mehr Geld etc….. Ich denke nicht wirklich.
    Es ist schwierig. Ich versteh dich. Mir geht es ähnlich. Auch ich würde am liebsten diesen einen verdammten Tag in dieser Klinik aus meinem Leben streichen.
    Stand heute bin ich soweit zuzugeben, dass ich nicht für sowas geschaffen bin und es eigentlich ein Zeichen war auf normalen Weg keine Kinder zu bekommen. Dann wieder wie wäre mein Leben verlaufen wenn ich/wir wirklich keine Kinder hätte. Ein inneres Chaos.

    Zwischenzeitlich hab ich aber gelernt, dass ich nicht perfekt sein muss. Das Recht hatte und habe Fehler in der Erziehung zu machen, das Recht habe zu sagen ich schaff dieses Problem nicht auch noch alleine.
    Es ist nicht damit getan eine 0800… Nr. anzurufen. Wir brauchen andere Hilfe. Du wenn die Kids noch kleiner sind also nicht so volljährig und so hol Erziehungshilfe/Familientherapie mit ins Boot – diesen Schritt hätte ich tun sollen. Dann wäre mir einiges erspart geblieben.
    Und steh dazu, dass du es so nicht schaffts, etc.

    Nur eines darfs du nicht vergessen: DICH. Geh es professionell an. Punkt für Punkt. Aber dann auch alles auf den Tisch. z.B. Schaffe Tatsachen und gib Verantwortung ab. Wenn Kühlschrank leer gibt`´s eben nix zu essen, Wäsche waschen können auch die Kleinen.
    Und wenn zum Schluss über bleibt, dass es wirklich nicht so dick ist mit dem Muttergefühlen dann ist es so. Du wirst das Beste draus machen.
    Und wer weiß, vielleicht ging es ja unseren Müttern und Großmüttern auch so…..

    LG
    Rosa

  • Liebe Elisabeth, vielen Dank für diesen sehr wichtigen Beitrag.
    Liebe Marina, ich denke, das ist genau unser Hauptproblem, wir haben nicht gelernt, wie wir negative Gefühle und Emotionen in unserem Leben zulassen.
    Wie wir sie behandeln können, sie sind Teile von menschlichen Wesen, nur machen wir nichts anderes damit als sie wie einen Ball unter Wasser zu halten. Das Leben ist immer 50/50.
    Mir ging es genauso, ich habe 3 Kinder, und je mehr ich die negativen Gefühle unterdrückt habe, desto mehr habe ich meine Kinder nicht gewollt. Und ja, Mutter sein, ist der wichtigste Job der Welt!
    Es ist so entscheidend, die Fakten, die Gedanken darüber und die Emotionen bewusst wahrzunehmen!
    Unsere Gedanken sind nicht immer eine große Hilfe!
    Danke für deine Ehrlichkeit.
    Alles Liebe

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