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Hi, Germany! I guess, we are back.

Dieses 2020. Es sollte groß, spannend und anders werden.
Und bisher ist es das auch: groß, spannend… anders… Doch definitiv nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe.

2020. Wahljahr. US-Wahlzirkus. Boom. Bäääm. Nach fast einem Jahrzehnt USA sollte dies nun unser letztes Jahr in den Staaten sein… wie passend, dachte ich. Noch einmal alles mitnehmen, einen weiteren Wahlkampf mit allem was dazu gehört: einen aufregenden Vorwahlkampf, pompöse Auftritte der PräsidentschaftkandidatInnen, Parteitage mit Luftballons und Konfetti, der große Wahltag… Ein Abgang mit Pauken und Trompeten.

Doch dann, mitten im Vorwahlkampf, am 12. März trat Trump vor die Presse und verkündete den Travel Ban aus EU-Staaten und irgendwie plötzlich war dieser „Coronavirus“ auch bei uns in den USA omnipräsent. Ab dann überschlugen sich die Ereignisse: man vermutete, dass die Fallzahlen bereits deutlich höher seien, als die offiziell bestätigten 1100, denn in den USA gab es zu dem Zeitpunkt nicht ansatzweise genügend Tests. Der Vorwurf stand schnell im Raum, dass der Präsident über Wochen das Virus heruntergespielt habe (wir wissen mittlerweile, dass er dies absichtlich tat um im Wahljahr keine schlechte Stimmung und Panik zu verbreiten).

Kitas und Schulen schlossen, Kinder zu Hause, kein rein-, kein raus. stuck in the USA. 
Statt Berichte vom US-Vorwahlkampf sendeten die Nachrichten monothematische  Sondersendungen über den CORONAVIRUS. 

Der Wahlkampfzirkus tröpfelte vor sich hin: Ziemlich schnell war klar, 2020 treten zwei alte weiße Männer an. Nothing new. How boring. Zu Hause: alles andere als boring. More exhausting, to say the least. Einige Wochen hatten wir vormittags kostbare Unterstützung bei der Kinderbetreuung von einer Studentin, doch die wurde irgendwann abgeworben. Eine Familie unterbreitete ihr ein langfristigeres und besser bezahltes Angebot. Die Suche nach Ersatz gestaltete sich schwierig: gefühlt jede Familie suchte nach Betreuung für die Kinder zu Hause. Der eh schon stattliche Stundenlohn einer Nanny erreichte in DC im Juni ein neues Rekordhoch: 30 Dollar die Stunde. 

„Summer 2020 – a summer to remember“

Wir verbrachten im schwül-heißen Washington einen „Summer to remember“: die Covidkurve stieg und stieg, die Kinder mussten selbst beim spazieren gehen Maske tragen, Spielplätze blieben geschlossen – und auf den Straßen: wütende Menschen, die endlich Gleichberechtigung von Schwarzen forderten. 
Das eh schon zerrissene Land: die Gräben schienen Tag um Tag tiefer. Nicht zuletzt wegen eines Präsidenten, der durch Twitter-Tiraden und bemerkenswerte Aussagen sein Volk aufstachelte, anstatt es zu einen.

Beruflich hätte es nicht besser laufen können. Das Einreiseverbot aus der EU im Wahljahr bedeutete für mich als deutsche Journalistin in den USA: unverhoffte Angebote… die Journalistin Elisabeth freute sich, während die Mutter Elisabeth sich fragte, wie sie das alles unter einen Hut bringen sollte…
Der Vorteil für mich: aufgrund der Situation wurden eigentlich alle wichtigen Großevents in einem Wahlkampfjahr abgesagt und fanden online statt. Zwar traurig und ärgerlich, doch für mich auch besser zu organisieren.

Im August war klar: mit dem Herbst in Aussicht hätten wir weiterhin keine verlässliche Kinderbetreuung. Zwar wollte der privat geführte Kindergarten der Mädchen (vorübergehend) wieder öffnen, doch was bedeutet das schon, zu Covid-Zeiten. Wir entschieden uns gegen den Kindergarten, vor allem deshalb, weil die monatlichen stattlichen Beitragsgebühren von 1500 Dollar auch fällig gewesen wären, wenn die Kita pandemiebedingt noch mal schließen müsste.

 Mittlerweile hatten so gut wie alle europäischen Freunde dem coronageplagten Land den Rücken gekehrt. Unsere Kinder, die Abschiede in DC gewöhnt waren, fühlten sich erstmals zurückgelassen, waren verunsichert, wer nun als nächstes gehen würde. 
In unserer einst belebten und beliebten Nachbarschaft schloss Woche um Woche ein Geschäft und Restaurant nach dem anderen. In deren Eingängen schliefen nun Obdachlose, durch die Straßen liefen nur noch Ortsansäßige: mit Maske und gebührend Abstand.  

Die Schilderungen aus der Heimat hörten sich im Vergleich dazu an, wie das Paradies auf Erden: Was für ein normales Leben dort – in Mitten einer Pandemie – geführt werden darf. 

Während das Mutterherz hüpfte, blutete das Journalistinnenherz

Immer wieder stand die Frage im Raum: ob ich mit den Kindern vorzeitig nach Deutschland zurückkehre. Immer wieder sagten wir uns, wir würden noch mal zwei Wochen abwarten…
Ende August sahen wir uns wieder einmal tief in die Augen. Eine Freundin musste aus privaten Gründen kurzfristig nach Deutschland – somit hätte ich ein extra Paar helfende Hände für einen transatlantischen Flug mit drei Kindern unter sechs Jahren.
Stundenweise unterstützte mich zu der Zeit eine Lehrerin der Kinder, die aufgrund von Corona ihren Job verloren hatte… doch sie sagte mir ehrlich: sobald sie einen langfristigen Vollzeitjob angeboten bekäme, würde sie den annehmen. 

„Ich fliege mit“, sagte ich zu meinem Mann – dem ein stressiger, arbeitsreicher Herbst bevorstand: ohne feste Arbeitszeiten, ohne Wochenenden. 
Ich buchte den Flug. Sechs Wochen vor der Wahl. Autsch. 
Während mein Mutterherz hüpfte, blutete mein Journalistinnenherz. 

Doch, unsere Kinder mussten mittlerweile so viele Abstriche machen, dass sie nun endlich wieder positive, schöne Erlebnisse in ihrem Alltag brauchten. Vier Wochen Urlaub bei Oma. Sagten wir. Doch gleichzeitig fragte ich mich, ob wir wirklich noch mal nach DC kämen. Wofür noch mal die Kinder in den Flieger zwängen? Was sollte da auf uns warten? Eine Entspannung der Lage? Ein leichterer Alltag?

Der einzige Trost war tatsächlich, dass ich als Journalistin vom Wahlkampf nicht groß etwas verpassen würde: kein BIG ELECTION DAY, keine Wahlparties. Kein Glanz, kein Gloria.

Und so stieg ich Mitte September mit drei Koffern, drei Kindern und ohne Mann in den Flieger. Passt. Dachte ich. Sollte dies das Ende meiner Amerikajahre sein, passt das ins 2020. 

Nun sind wir in Deutschland. Und werden dieses Jahr nicht mehr zurück nach DC fliegen. Mein Mann kommt kurz vor Weihnachten zu uns. Ja, Deutschland fühlte sich als wir landeten frei an. Die Kinder konnten die ersten Tage ihr Glück kaum fassen: „Mama, ich mag Deutschland“. „Deutschland ist wie ein Märchen“. In ihrer kleinen Welt ist Covid-19 nur noch klitzeklein präsent. Kaum spürbar. „This is because of coronavirus“, hatten sie sich in Amerika irgendwann selbst gegenseitig erklärt, wenn sie nicht auf den Spielplatz gehen konnten, keine Play Dates machen konnten, nicht in den Kindergarten gehen durften. Diesen Satz habe ich seit Wochen nicht mehr gehört.

Zu wissen, dass die Verantwortung auf mehreren Schultern verlässlich verteilt werden kann, ist ein völlig neues Gefühl.

Nach 8 Jahren Leben im Ausland sind wir nun wieder in Deutschland

Hier, im freien Deutschland, ist nicht gleich alles leichter und wie wir alle gerade zu spüren bekommen: wir müssen auch in Europa noch eine ganze Weile mit dem Virus leben. Doch ich habe hier wenigstens das Gefühl in einem Land zu leben, dessen Regierung die Lage wirklich ernst nimmt.

Für unsere Familie, gerade für die Kinder war dies wohl richtige Schritt. Ob es der einfachere Weg ist? Wohle eher nein. Vielleicht gehe ich da irgendwann noch mal näher drauf ein. Aber nur so viel: es sieht so aus, als würden die Kinder erst im März 2021 einen Kindergarten von innen sehen. Dann waren sie genau ein Jahr zu Hause, hauptsächlich bei mir – und seit Neustem auch bei Oma… denn ja, das ist ein völlig neues Gefühl für mich: nicht mehr tausende Kilometer von den Lieben entfernt zu sein, sondern das Sicherheitsnetz „Familie“ unter sich zu haben. Man atmet schon etwas aus – zu wissen, dass momentan die Verantwortung auf mehreren Schultern verlässlich verteilt werden kann. Kids… It takes a village…

2020. Ich habe so viel von Dir erwartet – und in jeglicher Hinsicht hast Du Dich selbst übertroffen: du bist groß, spannend und ja, auch anders. In gewisser Weise eine Akkumulation von dem, was LEBEN ist. Chaotisch, dramatisch, anstrengend, unerwartet, unverhofft, herausfordernd. Zeigst, dass man doch stärker ist, mehr aushält, als man denkt.

Und, 2021. Ich bin mehr als bereit für Dich. Diesmal habe ich keine großen Erwartungen an das neue Jahr. Ich hoffe, dass meine Lieben und ich weiterhin gesund bleiben. Und wir einfach, einen stinknormalen Alltag leben. Vielleicht mit einem Urlaub am Meer? Aber, ganz ehrlich… selbst das muss nicht sein. 😉

“Mit einem Präsident Biden hätte ich keine Angst, dass er mit einem falschen Tweet einen neuen Weltkrieg entfachen könnte”

Karen besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft. Ihre deutschen Eltern lebten in den 80er Jahren an der US-Ostküste, als Karen zur Welt kam. Vor über einem Jahr zog die 34-Jährige mit ihrem britischen Mann zurück in die USA, in die texanische Metropole Houston.

Weshalb wirst du Biden wählen?

Ich bin stark in internationalen gemeinnützigen Organisationen tätig die amerikanische Frauen im Ausland unterstützen und sich für Frauenrechte und Kinder in der ganzen Welt einsetzen. All das wofür wir stehen und uns einsetzen: all meine Werte, und das, was ich mir für unsere Welt und ihre Menschen wünsche,  wird von der aktuellen amerikanischen Regierung nicht vertreten oder überhaupt respektiert (Siehe den Austritt aus dem Pariser Vertrag). 

Frauen, Menschen die nicht weiß und/oder reich sind, oder die Umwelt, sind für Trump und seine Regierung nichts wert und stehen an aller letzter Stelle. 
Zwar hätte ich mir einen anderen Kandidaten für die Demokraten gewünscht, doch ich stimme für Biden: um einfach gegen Trump zu wählen.

Wer wäre denn Deiner Meinung nach denn der/die ideale Kandiat/in gewesen?

Anstelle von Joe Biden hätte ich gerne Elizabeth Warren gesehen. Sie sehe ich als realistische Trump-GegnerIn, die auch die sehr wichtigen unentschlossenen Wählergruppen hätte gewinnen können.
Sie ist Verfechterin der Mittelschicht, strebt die Reichensteuer an und ist bekannt für ihre unnachgiebige Überzeugung („nevertheless she persisted“), sie wird sich nie in die Schranken weisen lassen. Warren spricht klare Worte und hat in meinen Augen eine transparente Agenda. Sie hat Profil und bei den Fernseh Debatten hatte sie immer dieses gewisse Feuer, dass ich mir aktuell in einem Kandidaten wünsche. Ein TV-Duell zwischen Elizabeth Warren und Trump wäre spektakulär geworden! Ich war sehr enttäuscht als sie ihre Kandidatur zu Gunsten Bidens zurückgezogen hat.

Ich selbst habe in den Vorwahlen aber für Bernie Sanders gestimmt. Letztes Jahr hatte ich die Gelegenheit bei einer Pep Rally von Bernie dabei zu sein. Ich stand ganz vorne, in der ersten Reihe, eher aus Neugier. Ich wusste Bernie war ein Phänomen, hatte so viel über ihn gelesen, aber war noch sehr kritisch. Währenddessen haben viele um mich herum vor Freude geweint als er auf die Bühne kam. Ich war erst völlig genervt und dachte, das sei wieder do ein unnötiger Hype. Am Ende hätte ich aber selber mitheulen können. Bernie hat so viel Leidenschaft in seiner Rede gehabt und sogar mich total mitgerissen, die eher zufällig und spontan vorbeischaute. Er hat genau die Probleme angesprochen, die die USA belasten. Bildung, Klassenunterschiede, Systematischer Rassismus, das überteuerte Gesundheitssystem etc. Ich bin an diesem Abend nach Hause und wollte die Welt verändern. Bernie Sanders ist seit 60 Jahren so voller Feuer für die Sache.
Ja, er ist alt, aber er brennt voller Ideen um die USA in ein Land für alle zu transformieren.

Mir war aber auch immer bewusst, dass er gegen Trump kaum eine Chance haben würde. Sanders Ideen sind zu progressiv, zu radikal für Amerika – NOCH. In einem Land, das auf der Idee aufgebaut ist, dass du nur hart genug arbeiten musst, damit es dir gut geht, ist Sozialismus fast ein Schimpfwort.  Viele ignorieren in dieser Diskussion wesentliche Dinge, wie z.b. die Tatsache, wie niedrig Gehälter z.b in der Gastronomie sind, oder dass sich viele Menschen durch Gesundheitsprobleme verschulden, ein Studium hier ein Privileg ist und mit einer hohen finanziellen Verschuldung für viele verbunden, usw….

Was sind Bidens stärkste Charaktereigenschaften?

Biden wirkt besonnen und ruhig. Ich glaube er hat die richtigen Leute um sich. Er kann reden und hat einen gewisse Präsenz, die ihn sympathisch wirken lässt. Unter normalen Umständen würde mir all das nicht für einen Präsidenten reichen.

Gibt es auch etwas, das du an ihm nicht so gut findest?

Joe ist nicht perfekt.  Auch wenn man hier über „Sleepy Joe“ witzelt, und ich selber oft sagen muss, dass er manchmal etwas verwirrt wirkt, macht er mir nie Angst, dass er mit einem falschen Tweet einen neuen Weltkrieg entfachen könnte.
Dass er hinter allem, was er sagt, steht – damit überzeugt er nicht nicht. Ihm fehlt das Feuer, die Leidenschaft für die Sache. Ich glaube da hilft ihm dann vor allem Kamala Harris, seine Vizepräsidentin, die in der Hinsicht eher überzeugt.

Biden ist seit Jahrzehnten politisch aktiv. Was sind bisher größten Erfolge?

Biden reitet noch immer auf der Popularitätswelle von Obama. Trotzdem kommt er nicht um kritische Fragen zu seinen früheren Senatsentscheidungen zu Rassenproblemen und dem Afghanistankrieg rum. 

Seit 1970 ist Biden in der Politik, in 50 Jahren macht man auch Fehler oder trifft Fehlentscheidungen. Mir ist wichtig, dass er sich mit seiner Vergangenheit auch kritisch auseinandersetzt.

Was ihn für mich politisch interessant macht, ist vor allem seine außenpolitische Erfahrung und Herangehensweise, die ihn ja auch als Vizepräsident an Obamas Seite gebracht hat.

Karen O’Shaughnessy sagt: Joe Biden ist nicht perfekt, aber vor allem ist er besser als Trump. Photo privat

Du wählst nicht das erste Mal. Bist du eine die-hart Demokratin oder hast du auch schon mal republikanisch gewählt?

Ich habe bereits aus Deutschland per Overseavoting, der Briefwahl, in meinem Ursprungsstaat und -bezirk gewählt. Hauptsächlich auf lokaler Ebene aber auch bei den Kongresswahlen. Da habe ich das ein oder andere Mal republikanisch gewählt. Ich recherchiere viel über die Personen, die zur Wahl stehen (In Deutschland sowie in den USA). Ich erkundige mich für was sie stehen, was sie bisher gemacht haben und wie sie über die Themen denken, die mir wichtig sind. Da spielt für mich die Partei grundsätzlich keine Rolle.

Auch wenn ich mich eher demokratisch orientiere, fühle ich mich in der amerikanischen Politik eher mittig. Ich stimme nicht allem zu, was die Partei so fabriziert. Das große Problem eines Zweiparteiensystems. 

Beide Parteien sind in sich so vielseitig geschichtet, in Deutschland wären aus den zwei mindestens 5 oder 6 Parteien gemacht worden.

Ich könnte mir also auch gut vorstellen in Zukunft mal einen republikanischen Präsidenten zu wählen, wenn der Kandidat mir zuspricht und auch eher mittig angesiedelt ist.

Ist das Land zerrissener als vor vier Jahren, bzw. glaubst du Trump ist eher ein Präsident, der das Land eint oder weiter auseinanderdriften lässt? Würde das Biden das anders machen?

Trump hat die USA gespalten. Wenn man nicht für ihn ist, ist man gegen ihn. Dann ist man auch gleich gegen Amerika, liebt sein Land nicht und ist eigentlich gleichzusetzen mit einem Landesverräter. Das habe ich hier viel erlebt. Man darf Trump in keiner Weise hinterfragen. Sagt man ein Wort gegen Trump, hasst man Amerika. Man muss sehr vorsichtig sein mit wem man über welche Themen spricht. Es hat mich anfangs zu Tränen gebracht. 

Viele Menschen orientieren sich an Trump. Er und Fox News leben ihnen vor was sie denken und sagen. Selbst am Vokabular erkennt man, wer gestern Abend wieder mal FOX News geschaut hat.

In Deutschland kann man ruhig mal Politiker kritisieren oder Merkel mal doof finden, und keiner nimmt einem das in der Regel krumm. In den USA ist es alles oder nichts. Hier ist Politik eine Identitätsfrage geworden. Noch viel mehr als vor einigen Jahren. FOX News und Trump sei Dank.

Ich glaube Biden wird es sehr schwer haben das rückgängig zu machen. 

Ich kann mir vorstellen, dass es noch ein oder zwei Präsidenten brauchen wird, vielleicht einen mittig angesiedelten Republikaner, um die Auswirkungen von Trump rückgängig zu machen.

Was würde ein Wahlsieg für Biden für das Deutsch-amerikanische Verhältnis bedeuten?

Wenn Menschen hier erfahren, dass ich aus Deutschland bin, sind die ersten Fragen: 

Was wir von Merkel halten und was wir in Deutschland an Steuern zahlen. Das haben sie hier nämlich gelernt: FOX News und Trump erzählen, Merkel sei doof und hasse Amerika… weil sie einmal nicht nett zu Trump war. Und sie sagen, dass Sozialismus den Menschen das Geld aus der Tasche ziehe und böse sei.

Wie harmonisch wirkte doch damals das Dream Team Angi und Barack. Sehnen wir uns nicht alle nach Harmonie? Das Vertrauen in die USA und in die Bevölkerung des Landes könnte mit der Wahl von Biden wiederhergestellt werden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Deutsche denken, dass alle Amerikaner bescheuert sein müssen und nicht raffen was wirklich abgeht. Mit Biden könnte die USA wieder beweisen, dass wir nicht Egoisten sind, sondern dass es genügend Menschen gibt, die sich für die Welt und eine gesunde Zukunft für alle interessieren.

Wie würde sich Amerika verändern, wenn Trump noch einmal vier Jahre regieren würde?

Mein Mann ist Brite und wir sehen was Populismus mit einem Land machen kann.

Denken wir an die Zukunft der USA, bekommen wir Angst. Seit Monaten wird hier protestiert, um allen Menschen die gleichen   Voraussetzungen in Bildung, Gesundheit und Lebensstil zu ermöglichen. All das wäre umsonst. Die Kluft wird bleiben oder gar größer werden. Das hochgelobte Land der unbegrenzten Möglichkeiten bleibt für viele Menschen das Land der begrenzten Möglichkeiten und nicht „The Land Of The Free“, sondern „The Land Of Some Free“ .


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