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Lebens-Jaaaa! Warum ich jedes Lebensjahr als Geschenk sehe

“Mensch, nächste Woche ist Dein Geburtstag”, sagte ich zu einer Freundin kürzlich. “Mhhm. Schon wieder ein Jahr älter”, stimmte sie kleinlaut zu.

“Willst Du lieber schon tot sein?”.  Lisa guckte mich empört an: “Wie meinste denn das jetzt?”.

“Na, was ist denn die Alternative?”, fragte ich sie.

Schon als Jugendliche fand ich es merkwürdig, wenn sich Erwachsene über ihr Alter beschweren.

“Oh Gott, ich werde schon 38!”

“Noch drei Jahre, dann habe ich die große 6 vorne stehen.”

Ich verstand es nicht, denn die einzige Alternative zum Älterwerden bedeutet doch: Jung zu sterben.

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Jung zu sterben.

Ich empfinde jedes Lebensjahr als Geschenk; kenne ich doch Menschen, die sich nichts sehnlicher gewünscht haben oder wünschen, als lange zu leben und dabei fit zu bleiben.

Die dankbar sind für jedes gut gelebte Jahr.

Ich liebe es, jeden Tag älter zu werden. Ich lerne mich immer besser kennen, wachse und werde gelassener. Und ich finde häufig andere Menschen wesentlich spannender, die schon etwas reifer sind, etwas erlebt und zu erzählen haben.

Andere hingegen möchten am liebsten ihren Geburtstag aus dem Kalender streichen.

Warum ist das also so, dass manche Menschen Probleme mit dem Älterwerden haben und andere wiederum nicht?

“Menschen haben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie alte Menschen sind und was passieren wird, wenn sie älter werden. Diese Vorstellungen entwickeln sich sehr früh und werden dann erstmal relativ wenig hinterfragt. Wenn man dann selbst älter wird und bestimmte Veränderungen bemerkt (bei sich oder anderen), verwendet man diese Vorstellungen, um die Veränderungen zu interpretieren”, sagt mir die Psychologin und Altersforscherin Prof. Dr. Anna Kornadt. “Wenn ich z.B. denke, dass man im Alter vergesslicher wird, interpretiere ich das Vergessen der Einkaufsliste eher als Alterserscheinung und nicht als Tagesform (…) Oder wenn ich denke, dass man mit dem Alter unattraktiver wird und mir meine Attraktivität sehr wichtig ist, habe ich vielleicht eher Probleme damit als andere. ”

Da diese Vorstellungen und Erwartungen ans Alter unterschiedlich seien, blickten manche eben negativer, andere positiver aufs Älterwerden.

Wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue, fällt mir auf: Jene werden nicht gerne älter, die hoffen, dass sich bestimmte Dinge in ihrem Leben noch erfüllen. Zum Beispiel den/die richtige/n Partner:in zu finden oder endlich Eltern zu werden. Andere hingegen bereuen es, gewisse Dinge getan oder eben nicht getan zu haben. Trauern verpassten Chancen hinterher oder sind mit dem Status Quo in ihrem Leben unzufrieden.

Was können diese Menschen tun, um zufriedener älter zu werden und dies als Privileg und Geschenk anzunehmen?

“Wir wissen, dass es Menschen besser geht, wenn sie es schaffen, sich von nicht (mehr) erreichbaren Zielen abzulösen und ihre Ressourcen und Energie auf andere, neue Ziele zu lenken.”, sagt die Altersforscherin und fügt direkt hinzu: “Das ist natürlich leichter gesagt als getan und bei manchen, zentralen oder nicht ersetzbaren Zielen schwieriger als bei anderen.”

Die gute Nachricht:

Im Alter werde diese Fähigkeit aber üblicherweise ausgeprägter, d.h. ältere Menschen lösen sich eher von solchen nicht erreichbaren Zielen, anstatt sie hartnäckig weiterzuverfolgen.

Übrigens, die Zufriedenheit in vielen Lebensbereichen wie Freizeit oder sozialen Beziehungen steigt sogar im Alter.

Sich mit seinem Alter auseinanderzusetzen und dafür vorzusorgen, Pläne zu machen, sich erreichbare Ziele zu setzen, kann helfen, dass man nicht mehr so große Angst vor dem Alter hat.

Mit einem differenzierten, realistisch positiven Bild auf das Alter zu blicken, helfe auch die Einschränkungen, die vielleicht tatsächlich kommen, verarbeiten zu können, gibt die Altersforscherin als Tipp.

Anti-Aging war gestern: Happy and healthy aging is the way to go! Und das gelingt, wenn man im Kopf und im Körper in sich ruht.

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