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Nach UN-Klimakonferenz in Ägypten: Inhaftierter Aktivist Abd el-Fattah beendet Hungerstreik

Alaa Abd el-Fattah, der wohl bekannteste inhaftierte Demokratieaktivist Ägyptens, hat nach sieben Monaten seinen Hungerstreik beendet. Seinen Protest hatte der 41-Jährige, der als eine der Führungspersonen einer gesamten Generation während des arabischen Frühlings vor mehr als zehn Jahren gilt, im Mai 2022 begonnen und täglich lediglich knapp 100 Kalorien zu sich genommen. Auch das Trinken hatte er sogar im November mit Beginn der diesjährigen UN-Klimakonferenz in seinem Heimatland eingestellt. Zwar hatten die Behörden zwischenzeitlich behauptet, der Häftling sei „bei guter Gesundheit” gewesen, allerdings weder dessen Familie noch den Anwalt als dies bestätigende Besucher:innen gestattet. Trotz des jetzigen Endes des Streiks sollen der Gesundheits- und Unterbringungszustand weiterhin besorgniserregend sein, wie die Familie nun nach einem Wiedersehen berichten konnte.

Abd el-Fattah sitzt seit 2011 immer wieder im Gefängnis. Erst im Dezember letzten Jahres war er wegen der angeblichen Verbreitung von „Falschinformationen” erneut zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden, nachdem er bereits zwei Jahre in Untersuchungshaft verbracht hatte.

Sein Fall sowie die sämtlicher anderer gefangen gehaltenen Aktivist:innen hatten direkt zu Anfang aufgrund des Klimagipfels noch einmal verstärkt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erlangt. So hatten nicht nur die Grünen am ersten Tag mit Blick auf den extrem kritischen Zustand des Dissidenten in einer Pressemitteilung an die ägyptische Regierung appelliert. Vielmehr hatten sämtliche Regierungschef:innen direkt während des Gipfels die sofortige Freilassung des damals hungerstreikenden Abd el-Fattah gefordert. Neben Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem neuen britischen Premierminister Rishi Sunak hatte auch Bundeskanzler Olaf Scholz seinen Standpunkt deutlich gemacht: „Es ist bedrückend zu sehen, dass ein Menschenleben gefährdet ist.”

Grönland hat an der Uhr gedreht – Eine Insel wechselt (zum Teil) die Zeitzone

Grönland kommt Europa näher – nicht aus geografischer Sicht, aber aus zeitlicher. So wechselt nach Bestätigung einer Sprecherin des Inatsisartuts, dem dortigen Parlament, ein Großteil der Insel im neuen Jahr eine der vier Zeitzonen derart, dass sich die Hauptstadt Nuuk ab dann in UTC-2 anstelle von UTC-3 befindet. Damit beträgt der Unterschied zur mitteleuropäischen Normalzeit (UTC+1) in der betroffenen Zeitzone sodann nur noch drei und nicht mehr vier Stunden. Diese Änderung erfolgt im Rahmen der Umstellung der Sommer- und Winterzeit 2023. So soll die Bevölkerung im Frühjahr wie gewohnt die Sommerzeit einstellen, im Herbst dann jedoch nicht zur Winterzeit zurückkehren.

Zuvor hatte sich die grönländische Wirtschaft mit Blick auf eine bessere Deckung der Arbeitszeiten mit europäischen Handelspartner:innen für die Änderung ausgesprochen. Einige Politiker:innen haben dagegen Kritik an dem Zeitdreher geübt. So könnten gesundheitliche Schäden davongetragen werden.

Neben der Umstellung als solcher ist vor allem besonders, dass das größtenteils selbstverwaltete, aber zu Dänemark gehörende Grönland erst seit Mai dieses Jahres frei über die eigenen Zeitzonen entscheiden darf. Grund dafür ist ein Abkommen mit der dänischen Regierung.

Kampf ums Überleben: 500. Orang Utan auf Borneo ausgewildert

Gemeinsam mit seinen Freund:innen Lima (13) und Gonzales (12) wurde der Menschenaffe Ben (12) in den Regelwald der indonesisch-malaiischen Insel Borneo ausgewildert. Damit ist Ben der 500. Orang Utan, den die Organisation Borneo Orangutan Survival (BOS) wieder in ihren natürlichen Lebensraum bringt. Vor der Auswilderung mussten die drei Affen viele Jahre im Waldkindergarten, einer Waldschule und einer Walduniversität seitens BOS verbringen. Diese Ausbildung zahlt sich nun anscheinend aus. So wecken die Verhaltensweisen wie das Klettern, die Nahrungssuche und der Nestbau den Optimismus der Expert:innen, dass den Tieren der neue Lebensraum dauerhaft zusagen wird.

Bei all der mitschwingenden Freude betont BOS-Geschäftsführer Jamartin Sihite jedoch: „Wir dürfen nicht vergessen, dass dieser feierliche Moment nur ein Meilenstein und noch keine abgeschlossene Mission ist.” Schließlich gäbe es noch viele weitere Orang Utans, die auf die gleiche Möglichkeit hoffen würden.

Orang Utans sind aufgrund der voranschreitenden Rodung des Regenwaldes, oftmals weichen Flächen für den Bau von Palmölplantagen, vom Aussterben bedroht. Laut BOS Deutschland-Geschäftsführer Daniel Merdes liefere eine umfassende Auswilderung jedoch eine durchaus realistische Chance, dass die Menschenaffen nicht schon in wenigen Jahrzehnten der Geschichte angehören.

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