News on Instagram: FRIDAY FEELINGS

Ich bin seit 6 Jahren Mama. In 4 Jahren habe ich drei gesunde und wundervolle Kinder geboren. Und wenn ich gefragt werde, wie das so ist – ringe ich nach den richtigen Worten. Dieses Mama-Gefühl, dieser Mix aus unendlicher Liebe und gleichzeitig unendlicher Müdigkeit – der ist unbeschreiblich.
Ich blicke auf die Fotos von vor zwei oder vier Jahren und sehe eine Frau – mal hochschwanger oder mit Neugeborenen im Arm – und an ihrer Seite erst ein, dann zwei Mädchen und ich ertappe mich wie ich denke: Puh. Das muss doch auch ganz schön anstrengend sein.

Und das war es auch. Denn neben diesen kleinen, zarten, schönen Momenten funktionierte ich rund um die Uhr. Ich wurde gebraucht. 24/7. All die kleinen und größeren Meilensteine, all die durchwachten Nächte, weil ein Zahn durchbrechen will, weil das Baby die Nähe braucht, weil das Kind krank ist.
Wenn das Kleinkind gerade erst laufen kann und Du es nicht eine Sekunde aus den Augen lassen darfst. Oder das fast Zweijährige, das einfach keinen Bock hat im Auto zu sitzen und deshalb schreit, nur schreeeeeeit und dabei die Hirsekringel in der Hand zerbröselt und auf den Boden schmeißt, vor lauter Wut.

In diesen Momenten, in diesen Phasen funktionierst Du als Mama einfach nur. Denn für alles andere reicht Dir Deine Energie nicht mehr.

Meine Kinder sind immer noch klein. Sie brauchen mich immer noch. Doch in den letzten Tagen spüre ich, dass wir gerade am Ende dieser ersten krassen Phase sind. Wenn wir im Cafe sitzen, sind es die anderen, die draußen auf und ab gehen, um das schreiende Kleine zu beruhigen. Andere sagen: “Ich will einfach nur mal drei Stunden am Stück schlafen”. Und ich bin die, die ruhig antwortet: “Das wird ganz bald besser.”

Ich sehe meine kleine Große, die fast schon 6 ½ ist. Sie ist zu groß, um sie auf dem Arm die Straße entlang zu tragen, sie hat Humor und erzählt tolle Geschichten. Oder sie sagt: “Papa, Du hast das heute richtig gut gemacht” und “Mama, danke, dass Du an meine Erzieher gedacht hast und ihnen Sonnenblumen gekauft hast” und sagt “Kleiner Bruder, ich zeig Dir, wie es geht”.

Beim Kita-Abschied gestern hatte sie, genau wie ihre Eltern, Tränen in den Augen, als jedes Kind zu ihr kam und ihr einen Wunsch für den nächsten großen Lebensabschnitt mitgab: “Ich wünsche Dir einen Schutzengel”. “Ich wünsche Dir eine Blume”. “Ich wünsche Dir Kraft”. “Ich wünsche Dir Freunde”.

“Wie fühlst Du Dich?” frage ich sie auf dem Nachhauseweg. “Ich bin glücklich und auch ein bisschen traurig”, antwortet das hoppsende Mädchen an meiner Hand.

Und das erste Mal in den vergangenen 6 Jahren habe ich Luft und Energie einen bittersüßen Meilenstein bewusst wahrzunehmen und zuzulassen.
Ich drücke ihre Hand fest und schlucke den Kloß in meinem Hals runter.
“Ich auch”, sage ich.

News on Instagram: Das Klimaschutz-Sofortprogramm

Die 10 Punkte des Programms

  • Erneuerbare Energien schneller ausbauen
  • Den Kohleausstieg auf 2030 vorziehen
  • Wirtschaft und Industrie auf Klimaneutralität ausrichten
  • Klima-Offensive bei Gebäuden und im Bausektor starten
  • Mobilitätswende beschleunigen
  • Grünen Wasserstoff stärken
  • Klimaschutz, Natur und Landwirtschaft zusammenbringen
  • Klimaschutz sozial gerecht gestalten
  • Bundeshaushalt zum Klimahaushalt machen
  • EU zur Klimavorreiterin machen, Klimaaußenpolitk vorantreiben

Welche Ziele werden konkret verfolgt?

  • Schaffen eines „klimagerechten Wohlstands“
  • Erreichen des 1,5 Grad-Pfades des Pariser Klimavertrags
  • Erhöhung des CO2-Preises auf 60 Euro pro Tonne
  • Tempolimit 130 km/h auf allen Autobahnen
  • Solarpflicht auf allen Dächern
  • Förderprogramme, z.B. für Ladesäulen für Elektroautos
  • Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro

Wie sollen diese Ziele erreicht werden?

  • Durch eine „Klima-Task-Force“ in den ersten 100 Tagen der neuen Regierung, um Abstimmungsprozesse zu beschleunigen
  • Durch ein Klimaschutzministerium, das ein Veto-Recht gegenüber anderen Ressorts hat, bspw. wenn Gesetzesvorlagen gegen den Pariser Klimavertrag verstoßen

Was steht nicht im Programm?

  • Zukunft der Verbrennungsmotoren und Kurzstreckenflüge
  • Auswirkungen des CO2-Preises auf Autofahren und Heizen

Was ist davon zu halten?

Auf den ersten Blick scheint der Zusatz „Sofort“ des Klimaschutz-Sofortprogramms gewagt. Denn im Zweifel werden die vielen geplanten Gesetzesnovellen nicht urplötzlich umgesetzt werden. Obwohl insbesondere eine der Reformen vielen Bürger*innen gut gefallen könnte. So wollen die Grünen eine Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro erzielen, damit „gerade Menschen mit niedrigen Einkommen nicht durch steigende Preise bei einzelnen Gütern im Klimaschutz überfordert werden“. Ist das dann aber nicht eher eine Milchmädchenrechnung, weil alles andere, wie u.a. der CO2-Preis, auf einen Schlag angehoben wird?

Gerade der 8. Punkt des Programms lässt zumindest darauf schließen, dass die Maßnahmen und Ziele der Grünen eher die vermögenden Bürger*innen ansprechen. Zwar sollen Klimabonus-Fonds für diejenigen geschaffen werden, „für die der Weg in die Klimaneutralität finanziell nicht einfach zu stemmen ist.“ Jedoch bleibt abzuwarten, wie diese – vor allem nach den Corona-Überbrückungshilfen – umgesetzt werden. Apropos Zahlungen – das gesamte Programm soll bis 2030 mittels Krediten und neuer Schulden in Höhe von ca. 500 Milliarden Euro finanziert werden.

Kritiker werfen den Grünen vor, dass in dem Program zu wenig Neues steht, auch blieben sie eine Erklärung schuldig, wie das konkret und vernünftig gegenfinanziert werden soll.

News on Instagram: Die Lage in Belarus

Maria Kolesnikowa, Witali Schischow und Kristina Timanowskaja – die drei oppositionellen Belaruss:innen dominieren in den letzten Tagen die internationale Presse. Gegen Kolesnikowa startete gestern ein Prozess in Minsk – man kann ihn als politischen Schauprozess einstufen. Die Oppositionelle war vergangenes Jahr in Minsk festgenommen worden, als sie sich ihrer Abschiebung in die Ukraine widersetzte. Schischow wurde diese Woche erhängt in einem Park von Kiew unweit seines Wohnortes gefunden. Sein Tod wird untersucht, die Polizei nahm Mordermittlungen auf – ein von Lukaschenkos Geheimdienstschergen als Selbstmord verschleierter Auftragsmord wird nicht ausgeschlossen. Olympionikin Timanowskaja sollte nach eigenen Angaben aus Tokio entführt werden, nachdem sie belarussische Sportfunktionäre kritisiert hatte. In Polen bekam sie jetzt Asyl.

Drei Fälle – ein Hintergrund: Belarus geht brutal gegen Regierungskritiker vor, Repression ist Alltag – vor allem nach der Wahl im Sommer 2020.
Danach kam es zu historischen Massenprotesten im Land, nachdem sich Lukaschenko trotz Vorwürfen der Wahlfälschung zum Sieger erklärt hatte. Protestiert wird noch immer; und immer noch werden Demonstrationen gegen den Diktator brutal niedergeschlagen. Viele Belarussen fliehen in benachbarte Länder, um dem Regime zu entkommen.

Seit der Präsidentschaftswahl hat die EU verschiedenste Sanktionen gegen Belarus erlassen, darunter Einreisevebote, eingefrorene Konten und Auslandsvermögen. Nach der Verhaftung eines oppositionellen Bloggers Roman Protassewitsch durch eine erzwungene Flugzeuglandung. Im Mai kamen weitere Sanktionen hinzu – und die gehen für EU-Maßstäbe äußerst weit, weil sie u.a. ganze Wirtschaftszweige sanktionieren, so etwa die Öl- und Tabakbranche. Die EU verbietet europäischen Firmen beispielsweise, raffinierte Öl-Produkte zu importieren und erschwert belarussischen Banken den Zugang zum EU-Kapitalmarkt.

Wie hart treffen die Sanktionen die Regierung? Der Druck auf Lukaschenko wächst in jedem Fall; der Export raffinierter Öl-Produkte gehört zu den Haupteinnahmequellen des Landes. Und auch auf deutsche Unternehmen: Siemens Energy hält bislang zum Beispiel an seinen Lieferungen von Gasturbinen in die Diktatur fest, steht deshalb in der Kritik. Fest steht auch: Die EU-Sanktionen steigern vor allem die Abhängigkeit des Lukaschenko-Regimes von Russland. Der Kreml unterstützt Belarus mit hohen Darlehen und seit den Sanktionen mit Notkrediten.


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